Wenn ich meinen Kleiderschrank aufmache, sehe ich einige weiße Kleidungsstücke. Auch Sommerkleider. Ihr auch? Doch in keinem dieser Kleider fühle ich mich wie eine Braut. So geht es vielen zukünftigen Bräuten, wenn sie auf Brautkleid-Suche gehen. Es ist eben mehr als nur ein weißes Kleid. Das Gefühl muss stimmen.

Die aktuellen Trends für 2021 sind ganz klar definiert – schlichte Modelle gehören der Vergangenheit an. Es darf betont, gezeigt, gespielt und es dürfenStatements gesetzt werden. Transparente, weiche Stoffe mit unterschiedlicher Spitze waren bereits in der 2020 Kollektion dominant. Boho (Bohamian ist das Vintage der 70er Jahre) löst das klassische fließende Spitzenkleid ab. Blümchenspitze wird mit stark gemusterter Spitze kombiniert und die Rocklagen dürfen wieder funkeln.

Außerdem kommen mehr Kombinationsmöglichkeiten durch Oberteile und Röcke, die miteinander kombiniert werden können. So lassen sich Kleider ganz individuell zusammenstellen und das Kleid kann dem Tagesablauf angepasst werden.

Auch Prinzessinnen haben wieder ihren Platz – doch hier gilt: Wenn schon denn schon. Zum Bespiel sind megaweite, ausladende Kleider mit langen Kathedralschleiern für die kirchliche Zeremonie absolut im Trend.

Worauf ihr allerdings bei der Brautkleid-Auswahl noch achten solltet, habe ich euch einmal kurz in ein paar Punkten zusammengefasst:

  1. Es muss nicht jeder Trend mitgemacht werden. Die derzeitigen Trends zeigen sehr viel Haut, leichte Stoffe, Glitzerelemente und feine Spitze… doch Trend ist eben nur ein Trend und euer Kleid muss dem ja nicht zwangsläufig entsprechen.
  2. Die genaue Vorstellung: Bevor ihr in den Salon geht, werdet ihr bestimmt einmal nach Brautkleidern schauen. Ihr werdet vielleicht schon eine Vorstellung haben, was euch gefällt. Doch Vorsicht – die Bräute auf den Bildern haben oft kleine Kleidergrößen, die Bilder sind mit Filtern bearbeitet und das Setting ist oft besonders in Szene gesetzt. Viele Kleider sehen in live, 3D und realem Licht ganz anders aus. Legt euch also nicht unbedingt auf ein Modell fest. Auf dem Kleiderbügel hängend, wirken sie oft ganz anders als am Körper. Probiert aus, was zu euch passt.
  3. Die Passform. Insbesondere bei einer großen Brust, empfehlen gute Brautmodengeschäfte Träger oder extrem stabile Corsagen. Es kann sein, dass das Kleid im Geschäft toll sitzt, aber bedenkt, dass das Kleid den ganzen Tag halten muss. Wenn ihr nicht ständig das Kleid hochziehen möchtet oder sogar, dass die Stäbchen sich auf Dauer nach vorne biegen, solltet ihr euch für Träger entscheiden. Doch nicht nur die Brustgröße ist bei der Passform zu bedenken. Ein großer Trugschluss ist es, mit Spitzenärmelchen kleine Winkearme kaschieren zu können. Es betont die Arme oft noch mehr und lässt den Oberkörper breiter wirken. Zarte Raffungen sorgen für Form am Dekollté und an der Taille.
  4. Schuhwechsel. Wenn der Tag lang ist und ihr in Erwägung zieht, eure Schuhe zum Tanzen zu wechseln, bedenkt, dass sich dadurch auch die Kleiderlänge verändert. Kleiner Tipp, greift von Vornherein zu einem bequemen Schuh oder wechselt zu einem breiten, statt einem flachen Absatz.
  5. Kann das Kleid das aushalten? Überlegt was ihr an dem Tag alles machen möchtet. Sitzen, tanzen, wohlfühlen… Hält das Kleid das aus? Bei feinen Tüllschleppen könnte Sand (bei Strandhochzeiten) auch mal im Kleid hängen bleiben oder die Spitzenstoffe könnten von einem unebenem Untergrund (Wald- & Naturboden) aufgerissen werden .
  6. Budget. Setzt euch von Beginn an ein realistisches Budget. Je nach Verarbeitung, Stoffen und Label können die Preise eines Brautkleides nämlich extrem variieren. Ein unspektakuläres Kleid einer günstigen Marke kann auch mal unter 1.000€ kosten. Dies sind jedoch im Regelfall die Kleider, die traditionell für das Standesamt getragen werden. Im Durchschnitt zahlt man inzwischen ab 1.500€ für ein Brautkleid – nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Wer hier sparen möchte, sollte am besten in der Spätsommerzeit stöbern, da viele Geschäfte sich auf die Kollektion des Folgejahres vorbereiten und Sale-Aktionen haben. Wer das Budget nicht zu sehr in den Vordergrund der Entscheidung stellen möchte, sollte von November bis Februar auf Brautkleid-Suche gehen. Dann sind die aktuellen Trendkleider in den Läden und ihr könnt die neuesten Modelle mit in eure Auswahl nehmen. Bedenkt bitte auch, dass einige Brautmodengeschäfte für den Termin eine Beratungsgebühr verlangen und dass die Änderungskosten oft noch dazu kommen.
  7. Wann solltet ihr losgehen? Die beste Zeit ist etwa 6-8 Monate vor der Hochzeit. Ihr habt dann noch keinen großen Druck und somit die Zeit, das Kleid in eurer Größe zu bestellen, falls es nicht fertig im Laden hängt. Die Änderungsarbeiten am Kleid werden etwa 4-6 Wochen vor der Hochzeit gemacht, da viele Bräute vor der Hochzeit noch einmal ihre Figur verändern.
  8. Schwangerschaftskleider stellen die Braut noch einmal vor eine ganz andere Herausforderung. Denn das Kleid soll ja nicht nur passen, sondern auch gefallen. Die richtige Zeit um sich ein Schwangerschaftskleid auszusuchen, ist etwa 4-6 Wochen vor der Hochzeit. Hier zeichnet sich ein klarer Trend ab. Enge Schwangerschaftskleider, die die Figur zeichnen und die Kurven der Frau betonen. Auch schwangere Frauen dürfen sexy und schön sein. Ganz wichtig: Lasst euch von eurem Babybauch nicht das Brautgefühl nehmen.
  9. Die Begleitungen. Die Brautkleid-Suche ist etwas ganz Besonderes. Keine Frage, dass ihr dafür die Liebste(n) Freundin(nen) dabei haben möchtet. Doch bedenkt bitte auch, dass sie nicht im Kleid stecken und nicht fühlen können, wie es euch in dem Kleid geht. Die Entscheidung solltet ihr für euch letztlich selbst treffen. Wenn euch eure Begleitungen gut kennen, werden sie zwar ehrlich ihre Meinung sagen, sich jedoch ebenso ehrlich für euch freuen, wenn ihr euer Kleid gefunden habt, auch wenn es nicht ihr Favorit war.
  10. Nachhaltigkeit. Ich persönlich freue mich sehr, dass dieses Thema auch endlich im Bereich der Brautmode angekommen ist. Es ist zwar noch nicht flächendeckend etabliert, aber es tut sich was. Regionale Verarbeitung, vegane Kleidung oder Seide aus Raupen-freundlicher Herstellung. Außerdem ist Secondhand bei Brautkleidern nicht mehr nur eine Entscheidung des Budgets und hat absolut keinen „Wühltisch“-Charakter mehr, sondern ist eine bewusste Entscheidung für nachhaltige Mode.

Möchtet ihr Empfehlungen für das passende Brautmodengeschäft oder habt sonst noch Fragen zu dem Thema, ruft mich gerne an.